HB9DEZ
Amateurfunk
weltweites Hobby ohne Grenzen


Amateur-Funk
ist ein technisches Hobby, welches Menschen auf der ganzen Welt, ohne Rücksicht
auf Rasse oder Sprache, miteinander verbindet.
Der Radio-Amateur kann weltweit mittels Radio-Sender und Empfänger und
geeigneten Antennen bequem von zu Hause aus mit Seinesgleichen in allen Teilen
der Welt Verbindungen über Radiowellen (KW und UKW) aufnehmen. Auf
Kurzwelle ausgesendet Wellen gehen teils rund um die Welt und können überall mit Kurzwellen-Empfängern
gehört werden. Oder aber der Radio-Amateur strahlt ultrakurze Wellen mit UKW-Sendern
(zum Teil mit Handfunk-Sendern) zu
speziellen Satelliten hinauf. Solche Satelliten wurden und werden immer noch von Radio-Amateuren gebaut. Diese Satelliten
empfangen die Radio-Wellen und senden sie wieder auf die Erde zurück, sodass
auch mit solchen ultrakurzen Wellen Verbindungen über grössere Distanzen möglich
sind.
Durch vielen internationale Abkürzungen ist die Verständigung weltweit unter allen Amateuren gut möglich, unbeachtet ihrer Sprache. So ruft man zuerst mehrmals CQ (=allgemeiner Aufruf) um dann ein QSO (= Gespräch) mit einem Gesprächspartner (= OM) zu führen. Die Frequenz, auf der man sendet ist die QRG. Will man die Frequenz wechseln, macht man QSY. Der Ort, wo man sich befindet und von wo man sendet heisst QTH. Die Gattin/Freundin nennt man XYL. Die Abkürzung QRX bedeutet, einen Moment bitte. Will man seine Sendung beenden, weil man alles gesagt hat, macht man QRU und sagt dann 73 (= viele Grüsse) und anschliessend spricht man von QRT = Sendung einstellen, usw.

Schon
als Schüler interessierte mich alles um das Thema Radio. Ich baute mir einen
Kristall-Detektor und hörte dann am Abend, von den Eltern
unbemerkt und mich schlafend stellend, unter der Decke die Sendungen
von nahen Mittelwellensender Beromünster. Zudem durfte ich öfters mit einem Nachbarn
auf dessen Vespa nach Beromünster fahren, wo ich den dortigen Sende-Turm
bestaunte. Ca. 1953 bekam ich dann mein Höramateur-Rufzeichen HE9EUM. Wie war
ich daraufhin stolz, wenn jeweils die Sende-Amateure mich in ihren sonntäglichen
Gesprächs-Runden speziell begrüssten und ich das aus dem Radio-Empfänger hören
konnte !

Und 1978, als
der Jedermanssfunk freigegeben wurde, löste ich eine
11-m-Kurzwellen-Lizenz und bekam das Rufzeichen MORO-71. Weil dieser Funk leider
mit den erlaubten Handfunk-Geräten nicht allzu weit ging, half ich etwas nach
indem ich eine unerlaubte Fixstation mit Signal-Verstärker und Aussenantenne in
Betrieb nahm. Nun ging es mit dem 11-m-Funk über die Landesgrenze hinaus. Die
damalige PTT hat an meinen Funk-Apparaten aber gar keine Freude, sie kam
unverhofft eines Tages zu mir heim und trug meine zu starke und nicht erlaubte
Sendestation auf Nimmerwiedersehen weg.
Dafür durfte ich noch eine saftige Busse entrichten. Ich fluchte vorerst
und schwor mir anschliessend, nur noch Legales zu tun. Deshalb absolvierte ich
bald darnach einen einjährige
Amateur-Funk-Kurs, bestand im Dezember 1983 die einschlägige Prüfungen und bekam mein Rufzeichen
HB9RYQ. Damit konnte ich auf ultrakurzen Wellen (UKW) senden. Anschliessend ging
ich nochmals ein Jahr in einen Kurs, erlernte zusätzlich noch intensiv das
Morsen, legte erneut eine Prüfung ab und bestand im Dezember 1985 auch diese. Seither kann ich
auf Kurz- und Ultrakurz-Welle senden und empfangen und habe nun das
Rufzeichen HB9DEZ. Mein Hobby ist nun nicht nur distanzmässig grenzenlos, ich
darf auch sowohl Sprech-Funk, Morsen, digitaler Funk (mittels Computer und
Sender/Empfänger) und sogar Fernsehen durchführen. Und den Antennen sowie der
Sendeleistung sind fast keine Grenzen gesetzt. Insbesondere bei den beiden
letzten Aspekte sind meine sehr netten und verständnisvollen Nachbarn zu
erwähnen !. Mein Rufzeichen HB9DEZ beinhaltet zwei Teile. Einerseits den
Landeskenner (HB9 = Schweiz), andererseits
die individuelle Adresse (bei mir DEZ). .Und nur
mit diesem offiziellen Rufzeichen, das mir seinerzeit die PTT zuteilte, darf ich
weltweit Amateur-Funk ausüben.


Heute besitze ich eine gut ausgebaute Radio-Sende- und Empfangs-Anlage, nämlich für Kurzwellen je einen Sender/Empfänger Yaesu FT 757 GXII, einen Sommerkamp TS 732P und einen Kenwood TS 50. Und für UKW einen Sommerkamp FT 726R, ein Icom IC 711E, ein Autophon SE 156 sowie einen Eigenbau Transverter 144/1296MHz. Weiter habe ich noch mehrere Handfunkgeräte mit Frequenzen auf 10m, 2m, 70cm und 23cm. Zudem verwende ich mehrere Antennenanpass-Geräte, Computer und Interfaces, wie zum Beispiel einen Pakratt PK232. Ebenso eine elektrische Morse-Taste sowie eine uralte Hand-Tast. An Antennen sind für Kurzwellen eine GP R5 von Cushcraft (Stabantenne) und eine W3DZZ-Langdraht-Antenne vorhanden. Für UKW habe ich eine Kreuzyagi, mehrere Yagis, eine 70cm HB9CV sowie eine Stabantenne. Und schlussendlich auch noch einen 2m-Peiler f'ür "Fuchsjagden".


Bei interessanten und über grosse Entfernung getätigten Radio-Verbindungen werden persönliche QSL-Karten ausgetauscht. Jeder daran interessierte Radio-Amateur hat selbst solche Karten mit seinen persönlichen Angaben (Name, Wohnort, Sende- und Empfangs-Geräte, Antennen, usw.) die er zusätzlich mit Daten über die eben stattgefundene Verbindung (Stärke des Empfangs-Signals, Zeit und Datum der Sendung, usw.) ergänzt und dann seinem Gesprächspartner zuschickt. Es gibt dazu weltweit spezielle QSL-Vermittlungs-Büros.
Die Funkwellen-Ausbreitung unterliegt physikalischen Gesetzen. Sonnen-Aktivität, Tageslicht-Dämpfung, usw. beeinflussen die Wellenausbreitung und können sie stark beeinträchtigen. Kommt noch der 7-Jahres-Zyklus dazu, der innerhalb 7 Jahren von schlechten Funkwellen-Ausbreitungs-Konditionen bis zur sehr guten Kondition führt, um dann in den nächsten 7 Jahren wieder auf sehr schlecht zurück zu gehen


Die meisten Sende-Amateure sind Mitglied der USKA = Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure. Diese Union vertritt ihre Mitglieder einerseits bei den schweizerischen Behörden (Bakom) und andererseits bei der IARU, der internationalen Amateur-Radio-Union, die ihren Hauptsitz in Amerika hat. Der IARU sind weltweit alle Amateur-Funk-Verbände angeschlossen. Die IARU verhandelt jeweils mit der ITU in Genf (International Telecommunication Union) wenn es um die Sende-Frequenzen geht oder auch mit den Raumfahrts-Unternehmungen (NASA, usw.) wenn es darum geht, die von den Radio-Amateuren gebauten Satelliten mit einer Trägerrakete ins Weltall zu befördern. Zudem koordiniert die IARU die Radio-Amateur-Anliegen ihrer Verbände und Mitglieder weltweit. Sie schreibt Wettbewerbe aus und erlässt auch verbindliche Weisungen für die Radio-Amateure.

Die Amateurfunk-Verbände und -Gruppen haben weltweit Sender-Netze, die auf digitale Art (Packet-Radio, Amtor, usw). mittels Computer und Sender miteinander verbunden sind. Auch in der Schweiz gibt es viele Sender dieser Ketten.
Zudem hat es weltweit hunderte von UKW-Umsetzer (Sender und Empfänger), teils auf markanten Punkten wie z.B. Pilatus, Säntis, Titlis, Uto, über die man seine Amateur-Funk-Sendungen in Phonie (gesprochen) ausstrahlen und empfangen kann. Und zwar mit sehr geringen Leistungen. So ist es möglich, mit einem Handfunkgerät und ganz wenigen Watt Ausgangs-Leistung über hochgelegene Umsetzer durchaus Gespräche über weitere Distanzen zu führen !

Am 12.12.1961 starteten die Radio-Amateure in Vandenberg, Kalifornien, ihren ersten Amateur-Funk-Satelliten (Oscar 1) auf seine Umlaufbahn um die Welt. Seither sind rund 70 Satelliten schon ins Weltall geschossen worden, mehrere sind derzeit noch aktiv. Und mit diesen kann man Relais-Betrieb machen, d.h. mit geringer Sende-Leistung ein Signal zum Satelliten senden und dieser strahlt es wieder auf die Erde zurück. So kann man mit einem Handfunkgerät sehr weite Verbindungen tätigen. Die Frequenzen dieser Umsetzer und Satelliten sind auf 2m, 70 cm oder 23 cm. Seltener auch auf 10m
Mehrere Astronauten waren und sind heute noch Radio-Amateure. Nicht nur uns Radio-Amateuren, nein sogar schon Schulklassen war es möglich, mit den Astronauten in ihren Weltraum-Kapseln im All direkt über UKW Verbindung aufzunehmen.


Amateur-Funk ist ein Hobby, oftmals aber auch ein unentbehrliches Mittel. Insbesondere bei grossen Natur-Katastrophen sind es immer wieder Radio-Amateure, die an vorderster Front mithelfen, die Kommunikation in den Katastrophen-Gebieten in der ersten Zeit aufrecht zu erhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten vorerst versagen. Dies ist deshalb möglich, weil heute weltweit ein dichtes Netz von Sende-Amateuren besteht.

Der Zusammenhang unter den Amateur-Funkern bleibt
oftmals das ganze Leben. Zieht einer von ihnen ins Ausland, hilft ein nur für
Amateur-Funker entwickeltes System, den Kontakt weiterhin zu behalten. Der sogenannte Echo-Link stellt mittels
Computer weltweit eine Art Telefonverbindung mit den Amateur-Funkern her. So
können Kontakte
in der ganzen Welt aufrecht erhalten werden, also auch mit den Auslandschweizern.
Es gibt eine spezielle Home-Page, welche Rufzeichen und Adressen von
Auslandschweizern enthält, die mit Echo-Link kontaktiert werden können,
zur Home-Page >>
zu den Auto-Schildern CH >>
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